Grundlagenkurs: Woraus besteht ein PC? Teil 2

Hat man sich für eine Bauform, ein Format und ein Gehäuse entschieden, so ist das nächstwichtige Teil eines PC’s die Hauptplatine, auch Mainboard oder Motherboard genannt. Und damit es beim Zusammenbau keine Probleme gibt, muss das Mainboard dem Format des Gehäuses entsprechen. Also für ein ATX-Gehäuse braucht man ein ATX-Mainboard. Ansonsten wird man Schwierigkeiten mit der Befestigung der Platine im Gehäuse haben.

Mainboard
Mainboard von wandee007 / freedigitalphotos.net

Was für ein Mainboard man nimmt hängt sehr davon ab, was der PC alles können soll. Wem eine eine einfache Netzwerkverbindung sowie die Grafik- und Soundlösung genügt, die meist bereits auf der Hauptplatine verbaut sind, und wer auch sonst keine Extras benötigt, wird mit einem preiswerten, kleineren Mainboard höchstwahrscheinlich schon zufrieden sein. Wer jedoch gerne besonders gute 3D-Grafik und Sound-Leistung will, braucht meistens ein Mainboard mit vielen Steckplätzen für zusätzliche Erweiterungskarten.

Nachdem feststeht was für ein Gehäuse und welches Mainboard die Grundlage des PC’s bilden sollen, ist als nächstes die Wahl der richtigen Stromversorgung dran. Dafür nimmt man ein Netzteil. Auch das Netzteil muss zum Format von Gehäuse und Mainboard passen. Denn nur die Anschlüsse eines ATX-Netzteils passen auch auf ein ATX-Mainboard. Allerdings passt nicht zwingend jedes ATX-Netzteil zu jedem ATX-Mainboard. Wichtig ist es, vorher genau zu planen, was man alles im PC verbauen will.

Netzteile für Computer
Netzteile von Iamnee / freedigitalphotos.net

Für einen einfachen PC ohne zusätzliche Grafikkarte und mit fast keinen Erweiterungskarten, sollte ein einfaches Netzteil mit ca. 400 bis 450 Watt Nennleistung ausreichen. Tatsächlich wird ein solcher PC nur ca. 85 bis 150 Watt verbrauchen. Jedoch können kurzfristige Maximalleistungen des gesamten Systems, gelegentlich auch mal etwas mehr benötigen. Darum ist es wichtig, lieber etwas zu viel Luft nach oben zu haben, als zu wenig.

Und für PC’s mit zusätzlichen Grafikkarten ist es wichtig ein großes Netzteil mit mind. 600 Watt oder aber bis 1.000 Watt Nennleistung einzubauen. Ansonsten kann es sein, das sich der PC gar nicht einschalten lässt, oder aber gelegentlich, bei hohen Belastungen plötzlich abschaltet oder neu startet. Solche großen Netzteile haben dann auch ein bis zwei zusätzliche Kabel für den Anschluss einer zusätzlichen Stromversorgung an der Grafikkarte. Einfache Grafikkarten benötigen diesen zusätzlichen Anschluss nicht. Aber wenn man eine Grafikkarte mit zusätzlichem Anschluss hat, dann braucht man auch ein Netzteil, das solche Anschlüsse hat. Nicht alle haben das.

Grundlagenkurs: Woraus besteht ein PC? Teil 1

PC
Computer von digitalart / freedigitalphotos.net

Wer einen PC reparieren oder selbst zusammenbauen will, muss genau wissen was drin ist und wie das Zusammenspiel der einzelnen PC-Komponenten läuft. Man muss zwar nicht alle technischen Details kennen. Aber man sollte sich so intensiv wie möglich damit auseinandersetzen, um zu wissen was man tut. Und das fängt schon bei der Wahl des PC-Gehäuses an.

PC-Gehäuse gibt es in verschiedenen Ausführungen. Zum einen gibt es verschiedene Gehäuse-Formate, von denen viele jedoch bereits vom Markt genommen wurden. Das verbreitetste Format ist ATX. BTX wurde mal als Nachfolger von ATX auf den Markt gebraucht, konnte sich aber mangels Akzeptanz nicht durchsetzen und wurde 2007 vom Markt genommen. Dafür kam 2007 DTX auf den Markt, welches Abwärtskompatibel zu ATX ist. Die DTX-Mainboards sind kleiner als die ATX-Mainboards. Aber auch DTX hat bis heute nur wenig Bedeutung auf dem Markt, was sich aber noch ändern könnte.

Neben den Formaten gibt es dann noch verschiedene Bauformen der Gehäuse. So gibt es als größtes Gehäuse im ATX-Format den Big-Tower. Der Big-Tower ist gedacht für den Einsatz als Server. Ein dafür passendes Mainboard ist das E-ATX Format. Damit kann man mehrere CPU’s betreiben und man hat reichlich Platz für viele Festplatten. Und man kann eventuell auch dann einen Big-Tower gut gebrauchen, wenn man viel am PC bastelt und gerne mal diverse Erweiterungskarten testen möchte. Theoretisch müsste man auch ein Standard-ATX-Mainboard in einem Big-Tower unterbringen können. Ich habe es selbst noch nicht getan, aber laut meinen Recherchen sind die Bohrungen der ATX-Boards immer an den selben Stellen und passen in alle Tower. Ebenso verhält es sich mit dem Stromanschluss am ATX-Netzteil. Und auch in diesem Forum wird das bestätigt. Man kann nur kein E-ATX Mainboard in einen Midi-Tower oder kleiner einbauen. Denn dazu ist dann das Gehäuse zu klein.

Für den Normalgebrauch hat sich der Midi-Tower mit dem ATX-Mainboard durchgesetzt. Man findet aber auch immer häufiger den Mini-Tower mit Micro-ATX Boards, der ca. 6 cm kleiner ist als der Midi-Tower. Viel Unterschied macht das nicht aus. Jedoch hat man im gewöhnlichen ATX-Format etwas mehr Steckplätze für Erweiterungskarten. Die sind sehr wichtig für Anwender, die gerne Top-Grafik und HiFi-Sound am PC haben möchten. Will man dagegen nur eine Art von Büro-PC, der nicht viel mehr können soll als Textverarbeitung und ab und zu mal ein Video abspielen, dann ist der Mini-Tower höchstwahrscheinlich ausreichend.

Wer es noch kompakter mag, wird vielleicht mit einem Gehäuse der Bauform Desktop glücklich. Die Desktop-Gehäuse sind liegend, im Gegensatz zu den stehenden Towern. Es gibt sie auch in verschiedenen Größen, also für ATX wie Micro-ATX. Der Nachteil dieser Gehäuse ist, das man für Gewöhnlich wenig Platz für Laufwerke hat. Auch der Einbau von High-End 3D-Grafikkarten ist nicht unbedingt ratsam, weil ein liegendes Gehäuse weniger Fläche für Luftschlitze hat und die Kühlung in einem solchen Gehäuse nicht immer die beste ist. Aber für einen Büro-PC und auch für einen Wohnzimmer-PC kann diese Bauform ideal sein.

Daneben gibt es dann noch das Mini-ITX Format mit einer Platinengröße von 17 × 17 cm. Wer wirklich nur wenig Platz hat, kann sich das ja mal überlegen. Auch für einen sehr unauffälligen Wohnzimmer-PC wäre dieses Format sicherlich sehr interessant. Allerdings sind hier die Möglichkeiten der Erweiterung sehr begrenzt.

Test: Welche ist die beste Soundkarte?

Soundwaves
Soundwaves von Stuart Miles / freedigitalphotos.net

Die beste Soundkarte zu finden, ist im Grunde nicht sehr schwer. Aber natürlich muss man auch bei Soundkarten den Bedarf des Nutzers berücksichtigen. Wer nur gelegentlich mal ein YouTube-Video ansieht und nur einfache Spiele wie Solitär, Tetris und Snake spielt, der dürfte mit einer einfachen Soundkarte aus dem unteren Preissegment zufrieden sein. Aber wenn man gerne öfters mal aufwendige Spiele mit vielen Soundeffekten spielt, oder gar den PC als Abspielgerät für seine Musiksammlung benutzen will, dann braucht man schon eine möglichst gute Soundkarte.

Für eine gute Klangqualität gilt es insbesondere darauf zu achten, das die Soundkarte über einen sehr guten DSP (Digital Signal Processor) verfügt. Denn der sorgt für einen flüssigen und klaren Sound. Ist der DSP zu einfach konstruiert, so muss die CPU einige Aufgaben des DSP übernehmen. Aber damit sind Klangprobleme dann schon fest eingebaut. Denn die CPU ist für solche Aufgaben nicht gedacht und steht manchmal kurzfristig gar nicht dafür zur Verfügung, weil die CPU noch diverse andere Aufgaben zu erledigen hat. Die Folge: Klirrgeräusche, Verzerrungen und sogar kurze Aussetzer kommen immer dann vor, wenn die CPU sehr viel zu tun hat. Und das ist bei einem gewöhnlichen PC keine Seltenheit.

Folglich muss man für einen guten Sound am PC auch ausreichend tief in die Tasche greifen. Sehr gute Soundkarten gibt es schon seit langer Zeit aus dem Hause Creative Labs. Nämlich die Soundkarten der Reihe mit dem gut Bekannten Namen SoundBlaster, die bereits in den 90’ern des vergangenen Jahrhunderts vielerorts sehr beliebt waren. Die Stärken der SoundBlaster damals war der Digital-Analog und Analog-Digital-Umwandler für Ausgabe und Aufnahme von Audiosamples, ein FM-Synthesizer sowie ein Hardware-Mixer. Damit waren diese Soundkarten auch für Musiker sehr interessant. Und auch vom Preis her waren die Karten zwar schon etwas teuer, aber gemessen an der Leistung dann doch sehr günstig im Vergleich zu ähnlichen Produkten.

Aus diesem Grund würde ich auch heute möglicherweise wieder eine SoundBlaster kaufen. Ich finde diese Karten heute zwar mit Funktionen wie mp3-Verluste auffrischen recht überladen. Alles das braucht man nicht, wenn man sich von vornherein gute Audiodateien besorgt. Und das man Klangverluste, die durch Komprimieren entstanden sind, wieder Rückgängig machen kann, das dürfte eh eine Illusion sein. Auch die maximale Samplerate von 24 Bit macht für den Normalgebrauch wenig Sinn, denn die Üblichen Audiodateien sind nach wie vor in 16 Bit. Und auch die meisten Audioplayer können gar keine 24-Bit Audiodateien abspielen. Aber die 24 Bit sind immerhin zukunftsweisend. Und ansonsten sind die SoundBlaster-Karten auch heute noch sehr gut und mit Preisen ab ca. 100 Euro auch für den Normalverbraucher noch erschwinglich.

Und welche SoundBlaster ist nun die beste? Generell kann man sagen, je mehr Schnickschnack dran ist, umso fragwürdiger wird das Ganze. Wer es unbedingt haben will, ok. Ich jedenfalls denke, je mehr dran ist, was ich nicht wirklich brauche, um so unsinniger ist dann der hohe Preis. Und außerdem muss man sich fragen, ob ein Produkt noch viel taugt, nur weil viel dran ist. Ich jedenfalls bevorzuge dann lieber eine Funktion die sehr gut ist, anstatt für das selbe Geld 10 Funktionen zu haben, die nur halb so gut sind. Denn das wesentliche der Soundkarte ist noch immer das erzeugen von Sound. Ich würde darum die SoundBlaster Z empfehlen. Sie hat aus der Aktuellen SoundBlaster-Reihe den besten Analog/Digital-Wandler. Einige Testberichte darüber gibt es hier:

testberichte.de/creative-labs-tests/sound-blaster-z
gamestar.de/soundkarten/creative-soundblaster-z/test

Das aktuelle Flaggschiff der SoundBlaster-Reihe ist die SoundBlaster X7. Auch hier kann man sich darauf verlassen, einen leistungsstarken DSP für flüssigen und störungsfreien Sound vorzufinden. Allerdings würde ich bei einem Preis von ca. 400 Euro auch unbedingt noch die Konkurrenzprodukte genauer ansehen. Möglicherweise gibt es da was besseres, für etwa das gleiche Geld. Einen wirklich guten Testbericht über diese Soundkarte habe ich leider nicht gefunden. Aber es gibt diese beiden Artikel darüber:

ingame.de/reviews/test-sound-blaster-x7
pcgameshardware.de/Soundkarten/Sound-Blaster-X7-Limited-Edition

Ein wenig teurer, aber dafür in Testberichten mehrmals mit „sehr gut“ bewertet, ist die Asus Xonar Essence One.

Und auch wirklich sehr gut ist die Asus Xonar Essence STX für ca. 150 Euro. Wer keinen zusätzlichen Verstärker benötigt, fährt mit dieser Soundkarte wirklich gut. Möglicherweise würde ich die Asus Xonar Essence STX sogar einer SoundBlaster vorziehen.

Da ich jedoch mit Linux arbeite, würde ich heute, so ich denn müsste, eine SoundBlaster kaufen. Denn das sind die einzigen mir bekannten Soundkarten mit Hardware-Mixer, die auch von Linux unterstützt werden. Allerdings müsste ich dann auf ein älteres Modell vom Gebrauchtmarkt zurückgreifen. Etwa auf die SoundBlaster Audigy 2. Denn diese Soundkarte ist laut der ALSA Sound-Hardware supported Liste das neueste Modell mit Unterstützung für den Hardware-Mixer. Besser wäre es da wohl, ich mache mal weitere Recherchen, um herauszufinden, was es für Linux denn noch so tolles gibt.